Partnergemeinde

Informationen & Reiseberichte

Gemeindearbeit in Peru

Trujillo liegt 600 km nördlich von Lima in der Wüste und hat ca. 600 000 Einwohner. In Peru sind 81% der Einwohner römisch-katholischen und 16% evangelischen Glaubens. Evangelischer Glaube ist dabei überwiegend durch evangelische Freikirchen amerikanischen Ursprungs geprägt. 3% der Bevölkerung lassen sich keiner Glaubensrichtung zuordnen. Seit 1998 leistet Pastor Garras, der von Hermannsburg nach Trujillo berufen wurde, evangelisch-lutherische Aufbauarbeit in Trujillo und Umgebung. In den letzten Jahren hat sich die ev.-luth. Gemeinde (San Andrés) in Trujillo um drei Außengemeinden in den Armenvierteln (Cristo Vive, Magdalena de Cao und Chocofán) erweitert.

Projekte

Koordinatoren

Pastor Richard Hölck Tel. (040) 51 04 76, hoelck@christuskirche-wandsbek.de cand. theol. Inga Schwerdtfeger Tel. (0176) 811 760 62, Inga.Schwerdtfeger@outlook.com

Spenden

Spendenkonto Christus-Kirche Stichwort „Partnerarbeit Peru” Evangelische Bank IBAN: DE87 5206 0410 1206 4460 27 BIC: GENODEF1EK1 Selbstverständlich erhalten Sie eine Spendenbescheinigung. Geben Sie dazu auf dem Überweisungsträger bitte Ihre Adresse mit an.

Die Gemeindepartnerschaft

Die Anfänge 

           
▪ Brainstorming über eine mögliche partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Pastoren Garras und Hölck (2000 / 2001)  Vorbereitung und Sondierungen für eine mögliche Partnerschaft seit März 2002, Besuch einer Gruppe aus Wandsbek ▪ Institutionelle Planung und Organisation der Partnerschaft: 2002-2003   Gespräche mit Kirchenvorstand (KV), Nordelbisches Missionszentrum (NMZ), Kirchenkreis Stormarn (KKS), Pröpstin Grohs,   Missionswerk Hermannsburg (Dr. Gremels, Hölck) ▪ Beginn der Partnerschaft: 1. Partnerschaftsgottesdienst mit den Pastoren Garras und Hölck im Juli 2003,   Kelchgeschenk aus Peru 

Inhalte und Formen der partnerschaftlichen Verbindung

▪ Verbindung durch Gebet und Fürbitte in regelmäßigen Gottesdiensten, Andachten und Sonderveranstaltungen ▪ Verbindung durch spezielle Partnerschafts- und Entsendungsgottesdienste in den Jahren 2003 (Garras),   2005 (Dr. Gremels), 2006 (Dr. Gremels) und 2007 (N.N.) ▪ Verbindung durch besondere Partnerschafts-Veranstaltungen: z. B. peruanische Woche Januar 2007 ▪ Verbindung durch Besuche (2002, 2003, 2006, 2007 ▪ Verbindung durch gemeinsame Projekte und Aktionen    a) Schulpatenschaftsprojekt    b) Reisschalenmühle (Senioren)    c) Interjugend d) div. Kleinprojekte (Materialien) ▪ Verbindung durch das Praktikantenprogramm:    2005 - 2006: Mareike Fiebig, Catharina Ingversen, Alisha Dabelstein    2006 - 2007: Miriam Holzgreve, Inga Schwerdtfeger, Katrin Sleta, Sarah Kompa    2007- 2008: 5 Anwärter(innen) ▪ Verbindung durch finanzielle Unterstützung (Schulpatenschaften, Praktikantenprogramm: Unterbringung, Wohnungseinrichtung,   Visa, Flug etc.

Nutzen und Sinn der Gemeindepartnerschaft für die Gemeinde von Trujillo

▪ Weitung des (kirchlichen und persönlichen) Horizontes ▪ Emotionale Wert-Stärkung: Wir sind als lutherische Christen in der peruanischen Diaspora nicht allein: Es gibt in (dem von den meisten   Peruanern sehr bewunderten) Deutschland Christen, die der gleichen Kirche / Denomination angehören wie wir hier im kleinen Trujillo.   Und es gibt in Hamburg eine Gemeinde, die uns so ernst nimmt, dass sie bereit war, mit uns eine Partnerschaft einzugehen. ▪ Konkrete Ökumeneerfahrung und Teilhabe an der biblischen Wirklichkeit der weltweiten Kirche Gottes und dem Erleben, dass Kirche   mehr ist als die Summe ihrer Glieder (Paulus: Röm 12: Kirche = Leib Christi mit vielen Gliedern) ▪ Erweiterung des eigenen bereits bestehenden diakonischen Engagements in Form von Schulpatenschaften ▪ konkreter Austausch von Erfahrungen und Begegnungen mit lutherischen Christen über einen längeren Zeitraum (Praktikantinnen)

Nutzen und Sinn der Gemeindepartnerschaft für die Christuskirche in Hamburg Wandsbek

▪ Erfahrbare Teilhabe an der Missio Dei, der Mission Gottes, durch die Kirche erst Kirche Gottes wird ▪ Weitung des persönlichen und gemeindlichen Horizonts und dann Möglichkeit von Reflexion über lutherischen Glauben und deutsche   Lebensrealität vor dem Hintergrund der Lebens- und Glaubensrealität der peruanischen Geschwister ▪ Aktivierung von Interesse bei Personen innerhalb und außerhalb der Gemeinde und für die Thematik Lutherische Kirche in Peru und   als Folge davon Gewinnung von Multiplikatoren für die eigene Gemeinde ▪ Jugendpädagogische Aspekte: Jugendliche blicken über den Tellerrand, lernen die Dritte-Welt-Problematik kennen, identifizieren   sich mit den Problemen, erlernen Verantwortung übernehmen durch das Patenkind der Jugendgruppe

Vision und Ausblick

▪ Weitere Verfestigung der Gemeindepartnerschaft durch „Praktikantenerfahrung“ und Besuche 2007 ▪ Erarbeitung einer Perspektive nach Rückkehr von Pastor Garras (voraussichtlich 2010) ▪ Weiterentwicklung des Interjugendprojektes ▪ Besuch von peruanischen Gemeindegliedern in Hamburg (Zweibahnenaustausch) ▪ Aufbau und Beteiligung an einem Aids-Projekt    
Gemeinde "Cristo Vive"
In jeder der vier Gemeinden hält Pastor Garras einmal wöchentlich Gottesdienst. Dabei dienen einfache Gebäude, wie z. B. Garagen, als Gotteshaus. Es finden Kinderbibelwochen, Jugendlager und Familienberatung statt. Um die 3 – 5jährigen Kinder von der Straße zu holen und um ihre Bildungschancen zu erhöhen, wurden in den Gemeinden Cristo Vive, Magdalena de Cao und in Chocofán eigene Kindergärten eingerichtet. In Kürze kommt in San Andrés ein Kindergarten hinzu. Die Kindergärten arbeiten nach der Montessori-Methode. Mütter dieser Gemeinden wurden dafür ausgebildet und erhalten damit Arbeit.
Gemeinde "Magdalena de Cao"

Besuch in Peru (April 2012) 

Nach zwei Jahren durfte ich zusammen mit Pastor Marcus Garras und seiner Frau Stephanie im vergangenen April (9.-19.4.) erneut unsere Partnergemeinde in Trujillo Peru besuchen. Es war ein kurzer aber inhaltsreicher und gesegneter Besuch. Für Familie Garras war es das erste Mal vor Ort nach ihrer Rückkehr aus Peru im Jahr 2010. Wie groß war die Wiedersehensfreude auf beiden Seiten; viel Wehmut schwang mit bei diesem Besuch. Vieles hat sich in der Geeminde verändert, die südamerikanische Wirklichkeit verläuft rasant schnell,- nicht immer von Vorteil! Nachhaltigkeit ist dort häufig noch ein Fremdwort. Der Alltag wird hauptsächlich von einer pragmatisch orientierten Realität diktiert: Was können wir leisten mit dem, was wir jetzt und heute in der Hand haben? Wir haben in den wenigen Tagen unendlich viele Gespräche geführt, die Gemeinden und Kindergärten, sowie die Schule des querschnittsgelähmten Eduardo besucht, die mit Hilfe der Wandsbeker Jugend 2010 gebaut werden konnte. Durch Auf und Ab meistert der junge Mann seinen Arbeitsalltag mit den Schülern. Wie haben wir uns gefreut, dass die Kindergarten- und Schulbetriebe der vier Gemeinden auch weiterhin gut funktionieren. Hier haben wir vor Ort viele kleine praktische und kluge Lösungen der alltäglichen Probleme erleben dürfen. Man weiß sich zu helfen in der Partnergemeinde. Aber die finanziellen Mittel fehlen doch immer noch, um eine wirklich nachhaltige qualitative Bildungsarbeit zu etablieren. Hier sind wir gefragt. Nebenbei fand die spannende und nervenaufreibende Präsidentschaftswahl der Ev.-luth. Kirche Perus (ILEP) statt, die natürlich auch für die gesamte Arbeit in Trujillo von Interesse ist. Mit der staatlichen Universität Trujillo wurde eine neue intensivere Kooperation unseres InterJugend-Projektes abgeschlossen, die für beide Seiten viele Vorteile bringen können. Unsere Praktikanten sollen künftig noch intensiver mit der Universität zusammenarbeiten. Ein studium generale (Schnupperstudium) wurde anvisiert, eine deutliche Kooperation mit unserer Bildungsarbeit im Kirchenkreis, - … die Dinge bleiben spannend! Richard Hölck
Eduardos Schule
Besuch in Eduardos Schule
In der Schule von Chocofan

Neues aus unserer Partnerarbeit in Trujillo (Februar 2012)

2012 wird ein spannendes Jahr werden für unsere Partnerschaft mit der evang.-luth. Gemeinde in Trujillo. Seit etwas über einem Jahr ist Pastor Garras wieder zurück in Deutschland und wir sind froh, dass Jorge Aghuilar, der Gemeindepräsident und Vize-Präsident der ILEP (Evg.-luth. Kirche Peru) die pastorale Arbeit vor Ort so großartig fortsetzt. Bei unserem letzten Besuch im März 2010 hatten wir uns nach einer Gesellschaftsanalyse entschieden, ein gemeinsames Bildungszentrum zu errichten. Viel Überzeugungsarbeit musste geleistet werden, Pläne wurden geschmiedet, Architekten, verschiedene Fachleute aus dem sozialen Sektor vor Ort, wurden zu Rate gezogen – und nun geht es endlich los! Die Finanzierung für den Bau steht, dank großzügiger Spender, die sich mit dieser Sache identifizieren, bereit. Das Feststellungsverfahren ist in vollem Gang, die Genehmigungen der Behörden in Trujillo liegen vor – und bald wollen wir den Grundstein legen für das „Casa Hamburgo“. Das wird wohl ein gutes Jahr dauern, die Bauabschnitte müssen begleitet werden. Im April steht eine erneute Reise an. Dieses Projekt ist eine große – wenn nicht gar die größte – Herausforderung überhaupt für uns. Das Bildungszentrum soll jungen Menschen nach der Schule prä-universitäre Bildung ermöglichen. Ein Studium und die teuren Eingangskurse sind nur für wohlhabende Studenten zugänglich. Und genau hier wollen wir ansetzen: Es sollen diverse zusätzliche Projekte von dort aus koordiniert werden, eine Vernetzung unserer gesamten Bildungsarbeit ist angedacht. Unser Ziel ist natürlich die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der Partnergemeinde; aber bis es soweit ist, sind wir gefragt, mit in die Verantwortung genommen in dieser wundervollen und gesegneten Arbeit, in der sich seit Jahren so viel bewegt. Ich werde Sie, liebe Gemeinde, auch weiterhin auf dem Laufenden halten. Doch so viel steht jetzt schon fest: Durch diesen wundervollen Austausch, das spannende Miteinander im Glauben, die kostbaren Brücken über Kontinente hinweg, und durch eine positive Globalisierung der „Einen Welt“ gehören wir in Wandsbek schon jetzt zu den Gewinnern – im geistlichen Sinne! Ich zumindest habe durch diese Partnerarbeit unendlich viel gelernt und bin dankbar für den erweiterten Horizont und meine: „Wandsbek liegt in Peru!“ Richard Hölck
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Kurzbesuch in unserer Partnergemeinde in Peru (September 2011)

Ein gutes Jahr nach unserem Gemeindebesuch 2010 durfte ich Anfang September wieder eine Woche in unserer Partnergemeinde in Trujillo, Peru verbringen. Den Gemeinden geht es auch nach dem Weggang von Pastor Marcus Garras gut und das Gemeindeleben mit Gottesdiensten und Kindergärten wird fortgeführt. Der Gemeindepräsident Jorge Aguilar betreut die vier Gemeinden mit viel Engagement. Nach unserem großen Projekt für Eduardo, habe ich nun seine Schule kennengelernt, die wir im letzten Jahr gebaut haben. Eduardo unterrichtet dort von seinem Rollstuhl aus Kinder bis zur sechsten Klasse. Die Schule wird in dem Dorf Magdalena de Cao gut angenommen. Ein besonderes Ereignis war für die Gemeinden und auch für michdie Ankunft der neuen Praktikantinnen Anna Deicke, Ann-Katrin Kastberg und Friederike Kettelhoit, die wir vor den Sommerferien in der Christus-Kirche ausgesendet haben. Die Gemeinde in Trujillo freut sich sehr über ihre Ankunft und hat die Mädchen herzlich bei sich aufgenommen. Die Gemeinde in Trujillo bat mich Ihnen allen die besten Grüße auszurichten! Inga Schwerdtfeger
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Neues aus unserer Partnerarbeit in Peru (Februar 2011)

Seit Dezember 2010 ist Pastor Garras mit seiner Familie wieder zurück in Deutschland. Er wohnt derzeit noch in Hermannsburg und wartet auf eine Übernahme in den Pfarrdienst der Hannoverschen Landeskirche. Wir hoffen, dass er eine Pfarrstelle bekommt, die nicht allzu weit weg ist von den Hamburger Landesgrenzen. Damit endete sein Dienst von genau 10 Jahren in der Luth. Kirche in Peru (ILEP). Vor gut 8 Jahren (seit 2002) haben wir zusammen die wunderbare Partnerschaft mit der ev.-luth. Gemeinde in Trujillo ins Leben gerufen und gemeinsam über die Jahre hinweg vielfältig gestalten können. Viele Projekte sind entstanden. Insgesamt 107 Schul-Jahrespatenschaften haben wir ermöglicht, über 20 PraktikantInnen sind ausgesandt worden und derzeit ist die Nachfrage nach einem Auslandspraktikum in unserer Partnergemeinde in Peru größer denn je zuvor. 5 Grundstücke konnten in den letzten Jahren mit unserer Hilfe erworben werden, 2010 haben wir auf einem dieser Grundstücke das „Casa Martin Lutero“, ein dreistöckiges Kirchengebäude, fertigstellen können. Ein neuer eigener Kirchraum, eine Praktikantenwohnung und eine Dienstwohnung für den künftigen Pastor sind so entstanden. Das „Projekt Eduardo“ der Evangelischen Jugend Wandsbek (2010) war so erfolgreich, dass wir mit dem Ertrag (umgerechnet 30.000 USD) ein zweistöckiges Schulgebäude bauen konnten, mit dem der gelähmte Eduardo nun seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Die Gemeinde ist dadurch noch enger mit der Bildungsarbeit vor Ort zusammengewachsen. Schneller als erwartet hat sich diese unglaubliche Hilfe konkretisieren und umsetzen lassen. Diverse Kleinprojekte (Reisschalenmühle) sind in den vergangenen Jahren durch Spenden aus unserer Senioren- arbeit finanziert worden, damit konnten sich mehrere Familien einen Lebensunterhalt sichern. Unser Projekt InterJugend, das Praktikums-Projekt mit der positiven Nebenwirkung eines globalen Jugendaustausches zeigte unerwartete Entwicklungen. Es sind auf beiden Seiten viele Kontakte in der Jugend entstanden, neue Bande, die über Kontinente hinweg lebendig sind und Kommunikation sowie freundschaftlichen Verbindungen erzeugt haben. Junge Peruaner besuchen unsere Gemeinde, Freundschaften entstehen, sprachliche Barrieren schrumpfen, internationale Beziehungen wachsen. Nun müssen in Peru neue Wege gegangen werden. Ein Nachfolger für Pastor Garras ist in Sicht. Der ortsansässige Gemeindepräsident Jorge Aguillar wird derzeit in Trujillo zum Theologen ausgebildet und führt die pastoralen Geschäfte in der Gemeinde fort. In all den Jahren haben wir unsere Partnerarbeit einzig und allein aus Spenden finanziert. Unsere nächste gemeinsame Herausforderung wird ein großes Bildungszentrum sein (Centro Educativo Luterana), dessen Bau noch in diesem Jahr begonnen werden soll. In Peru ist Großes entstanden! Aber damit entsteht auch eine große Verantwortung. Ich danke hier allen Menschen, die diese wundervolle Arbeit in all den Jahren unterstützt haben, mit ihrer persönlichen Arbeit vor Ort, mit ihrem Engagement hier in Wandsbek, mit ihrer finanziellen Zuwendung und ihren Gebeten. Peru bleibt uns ans Herz gelegt! Richard Hölck

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Projekt Schulpatenschaften

Im Januar 2004 entstand in der Jugendgruppe der Christuskirche die Idee, ein Patenkind in Peru zu unterstützen. Aus dieser Initiative entwickelte sich das Projekt der Schulpatenschaften. Seitdem hat unsere Gemeinde insgesamt etwa 40 Kindern unserer Partnergemeinde in ihrer schulischen Ausbildung geholfen. Gefördert wurden Kinder hauptsächlich aus armen Familien unserer Partnergemeinde, mit dem Ziel, auch ihnen und ihren Familien durch gute schulische Bildung eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Für ein Jahr wurden die Kosten an einer staatlichen Schule übernommen. Zu Beginn eines Schuljahres kommen auf die Familien erhebliche Kosten zu. Eine Einschreibungsgebühr muss entrichtet, eine Schuluniform muss erworben und Materialien und Hefte müssen gekauft werden. Während des Schuljahres fallen immer wieder Kosten an (für Klassenarbeiten, Materialien für Werk- und Kunstunterricht). Im Rahmen des Partnerschaftsprogramms kamen noch gezielte Fördermaßnahmen hinzu. Zwei- oder dreimal in der Woche gab es außerschulischen Unterricht, der den Kindern eine bessere Chance auf eine spätere berufliche oder universitäre Ausbildung ermöglicht. Das Geld ist ohne Verwaltungskosten und sonstige Abzüge (!) den Patenkindern zu Gute gekommen!

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Im Moment ruht das Projekt. Da Pastor Garras Dienstzeit in Peru Ende 2010 zu Ende ging und ein Nachfolger noch nicht im Amt ist,

konnte die Organisation und die Verwaltung des Geldes nicht sicher gestellt werden.

Wir sind aber voller Hoffnung, die Schulpatenschaften wieder aufleben lassen zu können, sobald die entsprechende Basis in Trujillo

aufgebaut sein wird! Bitte informieren Sie sich doch über die aktuellen Pläne und Aktivitäten unserer Partnerschaftsarbeit anhand

des Berichts von Pastor Hölck vom Februar 2011!

Einige der Patenkinder

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Projekt Interjugend

Aus unserer Gemeinde wurden bislang sieben Jugendliche als Praktikantinnen für fast ein Jahr nach Trujillo gesendet, um dort bei der Gemeindearbeit zu helfen. Damit wird nicht nur Geld transferiert, sondern es findet ein persönlicher Erfahrungsaustausch unter lutherischen Christen statt, von dem beide Gemeinden profitieren. Die Praktikantinnen helfen unter anderem in den Kindergärten, geben Englisch-, Deutsch- und Musikunterricht und gestalten die Gottesdienste in den vier Gemeinden mit. Im Jahr 2005 sind zum ersten Mal Alisa, Mareike und Tini für fast ein Jahr nach Trujillo gegangen. Im September 2006 folgten dann Inga, Katrin, Miriam und Sarah, die zur Zeit noch in Peru sind (Stand April 2007).
Alisa, Mareike und Tini begleiten einen Gottesdienst musikalisch
Sarah, Katrin, Miriam und Inga während des Frühlingsfestes (Umzug mit dem Kindergarten)
Auch für die Fortsetzung des Projektes „Interjugend“ haben sich schon interessierte Jugendliche gefunden, die unsere Gemeinde Mitte bis Ende 2007 nach Peru entsenden wird. Das Jugend-Projekt hat eine eigene Seite, auf der die Jugendlichen ihre Erfahrungen austauschen: www.ejwonline.de.

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Unternehmer helfen Unternehmern

Ein Wandsbeker Unternehmer unterstützt einen Schuster unserer Partnergemeinde in Peru beim Aufbau seines Unternehmens mit Handwerkszeug und Maschinen.
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Einzelhilfen

Ein Wandsbeker Unternehmer unterstützt einen Schuster unserer Partnergemeinde in Peru beim Aufbau seines Unternehmens mit Handwerkszeug und Maschinen.

Hinzu kommen Spenden und materielle Hilfen einzelner Gemeindemitglieder. Diese helfen beim Aufbau der Gemeinden

(z. B. Räumlichkeiten für Gottesdienste instand setzen) und ihrer Infrastruktur (z. B. Elektrizität und Wasser).

Sie unterstützen die Arbeit in den Kindergärten einschließlich der Fortbildung der Erzieherinnen oder lindern die wirtschaftliche

Not einzelner Familien.

Reisschälmühle, die mit Spenden unseres Seniorenkreises angeschafft wurde und einer Familie die wirtschaftliche Existenz ermöglicht

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Hilfe für Eduardo

Eduardos Geschichte

Bericht 11/2008, Trujillo Peru, Missionar Marcus Garras

Dienstag, 28. Oktober 2008: Noch vor 7:00 Uhr morgens klingelt das Telefon.

Es ist Larry, ein Jugendlicher aus unserer Gemeinde in Magdalena de Cao.

Er erzählt mir von einem schlimmen Unfall, der sich auf der panamerikanischen

Autobahn, kurz „Panamericana“, zugetragen haben soll.

Die Panamericana durchläuft die ganze peruanische Küste und verbindet auch Trujillo, meinen Wohnort, mit Chocope, dem Abzweiger nach Magdalena de Cao. Ein Sattelschlepper soll kurz vor Chocope mit einem Omnibus und einem Kleinbus zusammengestoßen sein, es habe viele Tote und viele Verletzte gegeben und auch aus unserer Gemeinde aus Magdalena de Cao sei ein junger Erwachsener

unter den Verletzten: Eduardo Alzugaray, der von uns allen „Wallo“ genannt wird.

Während ich meinen Kleinbus fertig mache und mich dann durch den Stadtverkehr Trujillos hindurch auf den Weg nach Chocope mache,

gehen mir Erinnerungen an Wallo durch den Sinn: Als ich Eduardo vor mittlerweile fast 5 Jahren in Magdalena de Cao kennen lernte,

war der damals 20-jährige auf der Suche nach einer beruflichen Orientierung für sein Leben. Nach langen Gesprächen entschied sich Wallo schließlich dafür, ein Lehramtsstudium im nahe gelegenen Chicama anzutreten. Und obwohl die Studiengebühren und Fahrtkosten relativ günstig sind (insgesamt etwa 35 Euro pro Monat) wäre ihm das Studium aus eigenen Mitteln nicht möglich gewesen, da Wallo aus einer mittellosen Familie stammt. So entstand die Idee einer gegenseitigen Hilfe: Unsere ev.-luth. Gemeinde in Magdalena de Cao unterstützte den jungen Mann mit den Studiengebühren und im Gegenzug würde Eduardo im kostenlosen Kindergarten der Gemeinde in Magdalena de Cao Englisch unterrichten und die beiden Lehrerinnen in der Verwaltung und bei sonstigen Aktivitäten des Kindergartens unterstützen. Wallo hat diese Vereinbarung in den letzten vier Jahren in vieler Hinsicht übertroffen: So stieg er durch seine kontinuierlichen und überdurchschnittlichen Leistungen zum besten Studenten der Fachhochschule auf und erwarb sich damit ein Teilstipendiat (die Studiengebühren halbierten sich). Und auch in der Gemeinde selbst engagierte sich der junge Mann mehr und mehr: Neben den Aufgaben als Englischlehrer und in der Verwaltung des Kindergartens, begann er ein evangelistisches Programm mit Kindern durchzuführen, half bei der Organisation und Durchführung von Jugendlagern mit und übernahm schließlich die Leitung der Sonntagsschule der Gemeinde in Magdalena de Cao. Während mir diese Gedanken durch den Sinn gehen, habe ich Trujillo bereits hinter mir gelassen und fahre nun auf der Panamericana Richtung Norden. Als ich auf der Höhe der Careaga-Brücke ankomme, sehe ich den Sattelschlepper, der in den Unfall verwickelt war. Seine Ladung bestand aus schätzungsweise 40 Tonnen Kies. Vom Führerhaus ist praktisch nichts mehr zu erkennen, alles ist zusammen- gedrückt. Von den Busüberresten sehe ich nichts, sie sind bereits weggebracht worden. Als ich kurze Zeit später in Chocope ankomme, höre ich, dass die Verletzten des Unfalls in das hiesige Krankenhaus gebracht worden sind. Dort angekommen, treffe ich auf Zustände, die mehr einem Feldlazarett als einem Krankenhaus entsprechen. Überall stehen Betten oder Pritschen mit Verletzten und ihren Familienangehörigen. Das Krankenhaus ist mit seiner Notaufnahme von der hohen Anzahl der Verletzten völlig überfordert und ist dabei, alle, die transportfähig sind, nach Trujillo zu überweisen. Ich gehe durch die Gänge des Krankenhauses, um nach Wallo zu suchen. „Pastor!“, ruft mich eine junge Frau aus Magdalena de Cao, die mich erkannt hat. Sie ist ebenfalls hier, weil sie von Wallo gehört hat und kann mich zu ihm bringen. Jetzt bietet sich mir ein erdrückendes Bild: Bett an Bett liegen Verletzte des Unfalls in einem Saal und hinten rechts sehe ich schließlich die Mutter von Eduardo und erkenne nach mehrmaligem Hinsehen schließlich auch ihn selbst. Ich erfahre, dass er innere Blutungen und einen Oberschenkelhalsbruch hat. Überdies spürt er sine Beine nicht und später stellt sich heraus, dass sein Rückgrat dreifach gebrochen ist. Er darf nicht sprechen und so überwinde ich nach und nach meine eigene Sprachlosigkeit, halte sine Hand und versuche, ihm Mut zuzusprechen. Da es den Verletzten in den anderen Betten ähnlich geht wie Wallo, biete ich schließlich allen an, ein Gebet für sie zu sprechen. Die verletzten Menschen mit ihren Angehörigen nehmen das Angebot der Fürbitte dankbar an – im Angesicht von Tod und Leid spielt es keine Rolle mehr, welcher Konfession oder Kirche ich angehöre… „Hier betet einer für uns zu Gott – das brauchen wir und das allein zählt“. Der Unfall des 27. Oktobers 2008 an der Careaga-Brücke hat bis heute 28 Menschenleben gekostet – Eduardo hat, dank der Gnade Gottes und dem Geschick der Ärzte überlebt. Sein Rückgrat wurde operiert, doch bis heute fühlt er seinen Körper nur bis zur Höhe seines Brustkorbes. So oder so wird es noch Monate dauern, bis er das Bett im Rollstuhl oder auf Krücken verlassen kann. Wallo hat mir vor ein paar Tagen einen Satz gesagt, der mich tief bewegt hat: „Noch nie war mir mein Glaube an Gott und meine Gemeinde so wichtig, wie in diesen letzten vier Wochen seit dem Unfall.“ Als Gemeinde haben wir uns neben den täglichen Besuchen und der andauernden Fürbitte für ihn vor all allem vorgenommen, ihm bei der Verwirklichung seines Lebensziels zu helfen: Grundschullehrer zu werden und peruanischen Kindern eine bessere Zukunftschance

zu ermöglichen.

Erfolg für Eduardo - Studienabschluss dank lutherischer Hilfe

Bericht Missionar Marcus Garras, Trujillo, 29.12.2009  Eduardo hat nach seinem schweren Unfall im Oktober 2008 praktisch ein Jahr das Bett nicht verlassen können, immer jedoch von seinem

Krankenlager aus Kindern Nachhilfeunterricht gegeben und auch weiter sein eigenes Studium betrieben, um Grundschullehrer zu werden.

Angesichts seines schweren Schicksals eine unglaubliche Leistung!

Von seiten seiner Fachhochschule hat er dabei einiges an Unterstützung in Form von Sonderregelungen (Befreiung von der Präsenzpflicht im Unterricht, Ermöglichung, Examina zu Hause im Bett zu schreiben etc.). Von Seiten unserer Kirche hat Eduardo neben der seelsorgerlichen Begleitung auch finanzielle Hilfestellung bekommen, die es ihm überhaupt erst ermöglicht hat zu studieren und nun auch sein Studium

abzuschließen (die ev.-luth Kirche hat letztlich sein komplettes Studium finanziert).

Am vergangenen Dienstag, den 22. Dezember 2009 hat Eduardo oder Wallo, wie wir ihn alle nennen, nun einen weiteren wichtigen Schritt zur

Erreichung seines Zieles (nämlich Lehrer zu werden) geschafft: Die Beendigung des eigentlichen Hauptstudiums (nun fehlen ihm nur nur einige

freie Kurse in Englisch und Computerhandling) und die dazugehörige Abschlusszeremeonie (Colación) nach amerikanischem Modell.

Es war ein bewegender Augenblick für uns alle zu sehen, wie Wallo von seiner Tante im Rollstuhl zur Verleihung seiner Abschlussurkunde

gefahren wurde und wir sind froh und dankbar, ihm ein Stück auf seinem Weg geholfen zu haben.

Derzeit sind wir in der Planung, neben dem bereits existierenden Kindergarten, eine Schule in Magdalena de Cao ins Leben zu rufen, die

zum einen für Magdalena de Cao die erste Privatschule wäre und die zum anderen für Wallo ein berufliche Perspektive in seinem Heimatort

bedeuten würde. Ich hoffe, dass sich die Vorbereitungen dazu bis Ende Februar soweit verdichtet haben, dass sich Genaueres sagen lassen wird.

Über die Adventsaktion der Jugendgruppe der Christuskirche und die große Anteilnahme für Wallo kann ich nur staunen und gratuliere allen

Beteiligten zu dieser großartigen Idee!

„Das Wunder von Wandsbek“  

Am 10. Januar haben wir in einem bewegenden Gottesdienst den Abschluss unserer Adventsaktion 2009 gefeiert, die unter dem Motto

„Hilfe für Eduardo“ stand (der Gemeindespiegel Dez.09 - Feb.10 berichtete darüber). Das Schicksal von Eduardo, einem jungen Mann aus

unserer Partnergemeinde, der seit einem schweren Verkehrsunfall im Jahre 2008 mit einer dreifach gebrochenen Wirbelsäule im Rollstuhl

sitzt, hat uns alle zutiefst berührt. Über mehrere Wochen hinweg haben sich die Jugendlichen unserer Gemeinde daraufhin mit verschiedenen

Aktionen und Kollekten für dieses Hilfs-Projekt engagiert. Viele Spender aus unserer Gemeinde und darüber hinaus haben sich daran beteiligt.

Besonders der Einsatz unserer Jugendlichen wurde dadurch noch ein-mal klar gewürdigt und anerkannt. Das Ergebnis hat dann unsere

Erwartungen bei weitem übertroffen. Insgesamt sind 23.500 €!!! für Eduardo zusammen gekommen. Allen Spendern und Spenderinnen

sei hiermit noch einmal ein ganz herzlicher Dank ausgesprochen. Nun werden wir zusammen mit Pastor Garras in Trujillo / Peru beratschlagen, wie wir Eduardo die beste medizi-nische und menschliche

Hilfe zuteil werden lassen können. In den nächsten Tagen bricht eine Delegation aus unserer Gemeinde nach Peru auf, um nach 8 Jahren

wieder einen offiziellen Besuch in unserer Partnergemeinde abzustatten. Mehrfach sind wir herzlich eingeladen wor-den, was wir nun auch

umsetzen wollen. Ein fester Termin ist schon für die Übergabe eines technisch-modernen Pflegebettes an Eduardo anberaumt worden.

Darüber hinaus werden wir für ihn auch eine Reha, die letzten Studiengebühren, das Diplom sowie eine auf dem Land funktionierende

Internetverbindung finanzieren, die Eduardo für seinen angestrebten Beruf braucht – er will Lehrer werden. Darüber hinaus wird das Geld

 aber auch für eine langfristige berufliche Einkommenssiche-rung für Eduardo einen Grundstein legen können. Wie dies genau und in der

Praxis aussieht, darüber werden wir nach unserer Rückkehr aus Peru in unserer Gemeinde noch genaue Auskunft geben. Wir planen dies

dann in einer gesonderten Vortragsveranstaltung über Peru zu tun.

Mich persönlich hat diese Aktion sehr tief berührt, weil sich gezeigt hat, wie viele Menschen in unserer Gemeinde, ob jung oder alt, sich

 mit diesem Schicksal identifiziert haben und dies durch ihre Hilfe der Tat und durch großzügige Spenden gezeigt haben. Dieser Blick

über den Tellerrand hat aber noch einen viel größeren Effekt: Die Bande zwischen uns und den Menschen in unserer Partnergemeinde

haben sich noch einmal vertieft, die Bedeutung unserer langjährigen Partnerarbeit insgesamt ist auch in unserer Gemeinde deutlicher

geworden und das Verständnis für eine geschwisterliche Hilfe über Kontinente hinweg erneut in den näheren Fokus getreten.

Dafür bin ich euch und Ihnen allen, liebe Gemeinde, unendlich dankbar.

Richard Hölck

© 2017 Evang.-Luth. Christus-Kirchengemeinde Wandsbek
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